Was bedeutet es eigentlich wirklich, Salsa nicht nur zu tanzen, sondern zu verstehen? Nicht einfach nur die Schritte nachzuahmen, sondern zu spüren, wie Musik, Körper und
Begegnung ineinandergreifen? Viele glauben, Tanzen sei reine Ausführung, aber sobald man die tiefere Verbindung zur Musik und zum eigenen Bewegungsimpuls gefunden hat, öffnet sich
ein Spielraum, der weit über das Offensichtliche hinausgeht. Und genau da passiert die Magie—plötzlich wird aus einer Schrittfolge eine Sprache, in der du dich ausdrückst,
improvisierst, manchmal sogar überraschst. In meinem eigenen Weg habe ich irgendwann gemerkt, dass die eigentliche Freiheit nicht darin liegt, alles richtigzumachen, sondern
darin, sich zu trauen, auch mal anders zu tanzen. Man redet oft über Selbstbewusstsein, aber was bedeutet das wirklich auf der Tanzfläche? Es ist dieses Gefühl, nicht mehr über
die nächsten Schritte nachzudenken, sondern einfach zu handeln, fast wie im Gespräch mit einem guten Freund: Man hört zu, antwortet, entdeckt gemeinsam. Und diese Fähigkeit, in
Kontakt zu treten—mit sich selbst, mit einem Partner oder einer Partnerin, manchmal auch mit einer ganzen Gruppe—die verändert einfach, wie du dich selbst erlebst. Plötzlich kann
man mit Unsicherheiten spielen, sich auf Unerwartetes einlassen und sogar Fehler in kreative Momente verwandeln. Es ist fast so, als würde der Tanz dich lehren, im Leben flexibler
zu reagieren. Das verändert, wie du dich in Meetings oder auf Veranstaltungen bewegst—nicht nur im übertragenen Sinne. Wer gelernt hat, sich auf diese Art im Tanz auszudrücken,
bringt oft mehr Leichtigkeit, Aufmerksamkeit und Empathie in andere Bereiche seines Lebens. Und dann gibt es noch dieses ganz eigene Gefühl, abends nach Hause zu gehen und zu
spüren, dass man nicht nur einen Tanz gelernt, sondern einen neuen Zugang zu sich selbst gefunden hat.
Der Kurs startet meistens mit Grundschritten – das übliche Vor und Zurück, mal mit dem linken, mal mit dem rechten Fuß. Und dann diese ewige
Diskussion: Wo eigentlich das Gewicht liegt? Mir ist das in den ersten Stunden auch nie ganz klar gewesen. Später kommen dann Drehungen, Cross Body Lead, und irgendwann fängt jemand
mit Styling an, meistens zu früh. Einmal hat eine Teilnehmerin mitten im Warm-up angefangen, Lady Spin zu üben. Der Lehrer hat’s einfach laufen lassen. Was sich immer wiederholt:
die Partnerwechsel. Manche finden das lästig, andere meinen, nur so kriegt man Gefühl für Timing. Ich persönlich fand’s am Anfang eher irritierend, besonders wenn einer bei der
Kuza-Drehung aus dem Takt gerät. Aber: diese Wiederholungen und die ständigen Korrekturen prägen sich ein. Am Ende, wenn die Musik schneller wird, merkt man erst, wie viel
Automatismus schon drin ist. Nicht zu vergessen – dieses ständige Zählen im Kopf, eins-zwei-drei... manchmal vergisst man, dass Musik eigentlich Spaß machen soll.